Winzenheimer wollen Markt für Lebensmittel


Ortsbeirat Planer legt Ideen vor – Aufwertung des Ortskerns mit einbeziehen


Winzenheim. Wenn es in Bad Kreuznachs größtem Stadtteil Winzenheim wieder einen Lebensmittelmarkt geben sollte, dann in der Ortsmitte. Darin waren sich die Mitglieder des Ortsbeirates in ihrer Sitzung einig.

Zwei Möglichkeiten für die Ansiedlung eines Lebensmittelmarktes schlug Stadtplaner Bettino Gagliani den Beiratsmitgliedern vor. Entweder am Kreisel vor Winzenheim oder am Standort des früheren HL-Marktes im Ortskern. „Man muss sich schon auf einen Standort einigen, denn zwei Märkte wird es nicht geben, weil sich hierfür keine Investoren finden würden“, erklärte Wirtschaftsdezernent Udo Bausch.

Für einen Markt würde sich sicher ein Investor finden, da Winzenheim mit 4300 Einwohnern eine stabile Bevölkerungssituation hat, waren sich Bausch und Gagliani einig.

Verlegung der Marktstraße?

Der Stadtplaner legte dann auch gleich den Beiratsmitgliedern einen Plan vor, wie der Ortskern einmal aussehen könnte. Nicht nur an einen Lebensmittelmarkt, sondern auch zugleich an die Aufwertung des Zentrums hat der Planer gedacht. Mit einbezogen werden soll dabei auch das Hofgut Zweifel, das mit der Dorfscheune und dem Lebensmittelmarkt eine Achse bilden soll. Clou dabei ist die Verlegung der Marktstraße. Denn während die Marktstraße momentan noch die Fläche zwischen Dorfscheune und Marktgelände zerschneidet, möchte Gagliani sie künftig hinter der Scheune vorbeiführen.

Seniorenwohnung im Obergeschoss

Aber auch mit dem eigentlichen Marktgelände hat der Stadtplaner einiges vor. Während im Untergeschoss ein Markt mit Vollsortiment untergebracht werden soll, könnten in den Obergeschossen Seniorenwohnungen entstehen. „Eine interessante Lösung, denn bisher müssen Senioren die Gemeinde verlassen, da hier in Winzenheim kein Wohnen für ältere Menschen angeboten wird“, erklärte Ortsvorsteherin Dagmar Wallraff. Gerne möchte der Stadtplaner auch die Autos in diesem Bereich unter die Erde in eine Tiefgarage bringen. Möglicherweise könne man sogar auf die Marktstraße verzichten, da der Verkehr Dank der Ortsumgehung erheblich nachgelassen habe, so der Vorschlag aus dem Rat. Hoffnung auf eine Lösung machte auch Bausch. Er habe zwei Investoren, die sich dies hier gut für sich vorstellen könnten. Bausch: „Das Projekt birgt die riesige Chance, den Dorfmittelpunkt wieder zu beleben.“ Entscheidender Punkt sei, den Eigentümer – eine Erbengemeinschaft – dazu zu bewegen, an einen Investor zu verkaufen. „Bisher ist die Erbengemeinschaft nur zum Verkauf an die Stadt bereit“, informierte Bausch. In den Fraktionen wollen die Beiratsmitglieder nun die Planungen beraten.

Oeffentlicher Anzeiger vom Donnerstag, 10. November 2011, Seite 20